Anküpfungspunkt und Kontaktmöglichkeit
Eine Aufenthaltsgelegenheit am Schumacherring 123? Diese Idee kam zuletzt im Juni bei der Stadtteilbeiratssitzung in Kempten-Ost auf, um die Situation am Ulrichplatz wegen des Alkoholkonsums zu entspannen. Hier gab es zuletzt mehr Ärger durch alkoholisierte und pöbelnde Personen. Allerdings löste die Idee sowohl bei Anwohnern also auch bei der Nachbarschaft vom Schumacherring 123 Unverständnis aus. Daran änderte auch ein kurzfristiges Bürgergespräch vor Ort nichts. Eine Bank wird es dort nicht geben.
An der Reinhartser Straße hat die Idee der Beteiligung an der Herstellung der Sitzgelegenheit indes gut funktioniert. Hier gibt es jetzt sogar ein „Frühstück im Freien“. Das niederschwellige Projekt an jedem letzten Montag im Monat bietet eine gute Kontaktmöglichkeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Beim letzten Treffen nahmen 20 Personen teil. Das Projekt wird von verschiedenen Fachstellen begleitet, darunter das Stadtteilbüro Kempten-Ost, Talk Inn, Fachstelle für Wohnungsnotfallhilfe und der Offenen Behinderten Arbeit der Caritas. Die Bänke wurde zwischenzeitlich verankert, der Platz gepflastert und ein Sichtschutz angebracht. Der Platz wird gut genutzt und auch sauber gehalten. Ein herzlicher Dank in Bezug auf die Umsetzung gebührt neben den Bewohnerinnen und Bewohner der Baugenossenschaft BSG und den städtischen Ämtern. Ohne deren MItwirkung wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Ein Sonnenschutz soll die Sitzmöglichkeit in Zukunft noch erweitern.
Die Ablehnung aus der Nachbarschaft am Schumacherring 123 macht eine solche Sitzgelegenheit dort vorerst aber unmöglich, denn die Anwesenden waren nicht von dem Mehrwert einer Bank zu überzeugen. Das Gespräch mit den Bürgern brachte aber das Zugeständnis: Es sollen Kontaktmöglichkeiten und Hilfeleistungen vor Ort geschaffen werden. So startet das „Talk Inn“ (Suchtberatung) im August mit seinem wöchentlichen Angebot „Café und Keks“. Das wird aus einer, von der BSG verwalteten Garage, montags um die Mittagszeit angeboten. In der Reinhartser Straße zeigt dieses Angebot bereits erste Erfolg. Außerdem konnte die Wohnungsnotfallhilfe über den Hausmeister der Wohnanlage am Schumacherring Kontakte zu der Zielgruppe knüpfen.

Durch Engagement zu neuem Glanz
Seinen Anfang nahm das Projekt bereits letztes Jahr -mehrere Jugendliche stellten einen Antrag an die Stadt Kempten. Ihr Anliegen: Die Verbesserung der öffentlichen Spielfläche zwischen Bühl und Lenzfreid. Hauptanliegen war dabei der Wunsch nach einem Basketballplatz auf der Fläche. Wir vom Stadtteilbüro haben bereits kurze Zeit später in unserem Büro auf dem Bühl in der Kindertagesstätte Mikado ein Elternfrühstück veranstaltet, um auch die Anregungen von Anwohnerinnen und Anwohnern für die Umgestaltung in die Planung mit aufzunehmen. Mit von der Partie war auch das Spielmobil der Stadt Kempten, da dieses die Platz auch für seine Angebote nutzt. Die Wünsche der einzelnen Interessensgruppen sind die Planungen der Stadtverwaltung mit eingeflossen. Der Abgleich mit den im Haushalt zur Verfügung stehenden Mitteln ergab die nachfolgend dargestellte erste Phase der Sanierung.
Schon seit letztem Jahr im Herbst bereichern nun eine Slackline und eine Tischtennisplatte den Spielplatz in traumhafter Lage. Der Basketballplatz ist nicht in Vergessenheit geraten, genauso wie die angedachte Spinnennetzschaukel, die in den Vorgesprächen eine Rolle gespielt haben. Allerdings muss dem angespannten Haushalt der Stadt Kempten durch die Corona-Einbußen Rechnung getragen werden. Wir versuchen weiterhin das Thema aufrecht zu erhalten und wollen uns weiterhin für eine weitere Phase der Sanierung einsetzen.
Ein weiterer Punkt, der allen Beteiligeten immer wieder ein Dorn im Auge war, ist die kleine Hütte bzw. der Holzpavillon auf dem Spielplatz. Verschmutzt und mit unangemehmen Sprüchen beschmiert lud die alte Hütte eher weniger zum Verweilen ein. Jetzt erstralt die Aufenthaltsgelegehenheit, die im Fall der Fälle auch mal einen guten Schutz vor dem doch manchmal sehr wechselhaften allgäuer Wetter bietet, im neuen Glanz. Durch das vorbildliche Engagment der Landjugend Lenzfried konnten wir die Hütte nun endlich von Altlasten befreien und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen, wie wir finden!


Schon letztes Jahr haben wir an eine Kooperation mit der Landjugend Lenzfried gedacht und sind in den ersten Gesprächen mit dem Vorstand auf offene Ohren gestoßen. Die Umsetzung der Renovierung der Hütte könne einfach durch die Kompetenzen der Mitglieder der Landjugend abgedeckt werden. Dabei sind Zimmerer und Handwerker, die ihr Fach verstehen.
So kam es Ende Juni zu einer Hauruckaktion, bei der an einem Wochenende die gesamte Hütte abgebaut, geschliffen, lackiert und wieder aufgebaut wurde. Sogar ein neues Dach bekam der Unterschlupf! Mit mehr als 10 Leuten, die auch anpacken können, wurde die Hauruckaktion gestemmt. Die gute Stimmung der Helferinnen und Helfer wurde durch das beständig schöne Wetter noch verstärkt.
Am Ende wurde am Samstagvormittag angepackt und am Sonntagabend erstrahlte die Hütte im neuen Glanz. Herzlichen Dank für die phänomenale Umsetzung und die durchweg gute Laune während der Renovierung. Nun lädt die Hütte wieder zum Verweilen ein und die Anwohnerinnen und Anwohner können sich über eine super Gelegenheit für einen kleinen Ausflug freuen.
Chapeau und Hut ab für eine gelungene Kooperation, die einen wirklichen Mehrwert für Lenzfried und dem Bühl darstellt!
Wie geht es weiter? Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die unsprünglichen Gedanken im Sinne von einem Basketballßlatz oder einer Schaukel Platz im Haushalt der Stadt Kempten finden. Versprechen können wir an dieser Stelle jedoch vorerst nur unsere tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung.


Die Hüttenrenovierung mit erfolgreichem Abschluss :)

Neues Angebot in der Reinhartser Straße 2: "Frühstück im Freien"
Bereits vor einigen Wochen wurde gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Notunterkünfte in einem Beteiligungsworkshop in Kooperation mit dem Kempodium eine Aufenthaltsgelegenheit für die Reinhartser Straße 2 gebaut.
Das gemütliche Ambiente hat uns dazu inspiriert, dort ein monatliches Angebot ins Leben zu rufen.
Am 27.06.2022 war es soweit und wir haben unser erstes Frühstücksangebot gestartet.
Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen kamen 14 Bewohnerinnen und Bewohner aus den verschiedenen Notunterkünften zusammen, um zu frühstücken, sich zu unterhalten und eine gute Zeit zu haben.
Die erste Auflage des "Frühstück im Freien" war für alle Beteiligten ein voller Erfolg: Die Besucherinnen und Besucher des kostenfreien Angebots zeigten sich überaus dankbar und baten bei den Organisatorinnen und Organisatoren um möglichst baldige Wiederholung. Diesem Wunsch werden Carolina Schneider vom Stadtteilbüro Kempten-Ost, Gerhard Zech vom Talk Inn, Sarah Piersig von der Fachstelle für Wohnungsnotfallhilfe sowie Stefan Raichle als Repräsentant der offenen Behindertenarbeit des Caritasverbands Kempten-Oberallgäu e.V. gerne nachkommen, da Angebote wie dieses essenzielle Anknüpfungspunkte für niedrigschwellige professionelle soziale Arbeit darstellen.
Wir freuen uns über den gelungenen Projektstart und blicken voller Zuversicht auf künftige Auflagen des "Frühstücks im Freien".
Von der ersten Beteiligung bis zum politischen Auftrag
Seit Beginn der Diskussion ist der Stadtteilbeirat in der Planung in Bezug auf die Umgestaltung am Ostbahnhof involviert: Bürger und Bürgerinnen aus Kempten-Ost, die eine Stellungnahme im Sinne der kommenden Überplanungen verfasst haben - dies war am 23. Juni 2021. Seither liefen Vorplanungen, verschiedene Ämter wurden zu den Entwurfen befragt und im Otkober 2021 wurden zwei Varianten zur öffentlichen Bürgerbeteiligung veranschaulicht. Mit Ständen auf dem St. Urlichplatz und online durch Place M konnten sämtliche Persoenen mitgestalten. Deutlich mehr Zuspruch gewann die Planungsvariante mit Parkhaus und Einbahnstraße im östlichen Teil des Brodkorbwegs. Von hoher Priorität wurde in der Diskussiokn ein attraktiver Ankunftsort erachtet, der dem Ostbahnhof ein neus Gesicht geben soll.
Nun wurden die Weichen in der Politk gestellt. Am 01. Juni beauftragte der Planungs- und Bauausschuss die Verwaltung mit der Umsetzung durch einen einstimmigen Beschluss. Die Vorstellung des Projekts im Ausschuss übernahem Markus Wiedemann vom Amt für Tiefbau und Verkehr. Tragende Aussagen und Meinungen aus der Bürgerbeteiligung kamen in der Präsentation zur Sprache.
Zunächsten stehen im Haushalt 300.000 € zur Verfügung. Eine modulare Umsetzungphase mit mehreren Phasen war von Beginn an die Zielsetzung. Daher rückt in der ersten Phase der Fokus auf den zentralen Ankunftosort am Ostbahnhof. Ein adequater Wartebereich mit anschließendem Fahrradständer soll eine optische Trennung zu rangierenden LKW´s bilden. MIt viel grün durch eine Allee wird dem Platz frischer Wind eingehaucht. Eine barrierefreie Bushaltestelle sowie prosiviorische Parkflächen sind ebenso angedacht. Jedoch sind die neuen Parkplätze und die Begrünung über den Ankungstsort hinweg nicht mit den 300.000 Euro abzubilden. Entscheidend für den Fortschritt des Projekts ist die Deutsche Bahn. Der Bahnsteig an sich befintet sich im Eigentum der Bahn, deren Zustimmung für das Vorhaben notwendig ist. Die Bahn wurde bzgl. des Vorhabes kontaktiert und ist nun intern um eine Klärung der Sachlage bemüht. Weiterhin wird in der Verwaltung versucht, weitere Fördermöglichkeiten für das Projekt zu identifizieren und im besten Fall nutzbar zu machen, um den Ostbahnhof weiter auszubauen.
Parkplätze sind am Brodkorbweg meist Mangelware. Eine Einbahnstraße am östlichen Teil des Brodkorbwegs würde den Parkdruck noch mehr erhöhen. Erst wenn Ausgleichsflächen am Ostbahnhof entstehen, kann eine Einbahnstraßenregelung angedacht werden. Die Maßnahme müss auch in Zusammenhang mit dem Verkehrsfluss der umliegeneden Kreuzungen gesehen werden, was einer Prüfung bedarf. Jedoch bleibt es Ziel, eine Einbahnstraße umzusetzen. Ebenso ist die Umsetzung einer Quartiersgarage (einem Parkhaus) sehr kostenintensiv, sodass diese Variante immernoch Zielstellung bleibt, allerdings die realsitsche Umsetzung mit dem Druck im Haushalt der Stadt Kempten momentan nicht abzubilden ist.
Die weitern Schritte sehen vor, bis Ende 2022/Anfang 2023 die Ausschreibung und Vergabe der ersten Phase zu veranlassen sowie Ende 2023/Anfang 2024 mit der baulichen Umsetzung zu Beginnen.

Bürgerbeteiligung im Oktober 2021 auf dem Ulrichplatz

Skizze für den Vorentwurf aus der Präsentation
Mehr Bewegung und Raum für öffentliche Treffs
Am 21. Juni fand die Bürgerbeteiligung im Stadtteilbüro Kempten-Ost statt. Was noch nicht genau feststeht, ist der künftige Standort der Calisthenics-Anlage auf dem Lindenberg. Diesen müssen das Amt für Tiefbau und Verkehr und die Archäologie noch intern austüfteln. Knapp unter der Grasnarbe befindet sich noch eine der größten Römer-Bad-Anlagen Deutschlands, welche auf die augustinische Zeit zurückgehen. Dennoch war das Fazit des Bürgerworkshops im Arcadencafé äußerst produktiv. Die knapp 25 Teilnemerinnen und Teilnehmer waren sich alle einig, dass es eine Sportanlage für alle – Jung und Alt -werden soll, sogar mit barrierefreien Anteilen, um der Inklusion gerecht zu werden. Gewünscht wurde auch, dass sich daraus ein Platz der Begegnung entwickeln kann. „Lieber klein und qualitätsvoll, als groß, aber nicht ansprechend für eine kontinuierliche Nutzung“, war die grundlegende Aussage. Hier die PowerPoint zum Workshop als auch die Ergebnisse zusammengefasst.
Eifrig machte sich auch Markus Wiedemann vom Amt für Tiefbau und Verkehr der Stadt Kempten Notizen. Die Stadt Kempten wird nach dieser ersten „Stoffsammlung“ fünf bis sechs Firmen mit entsprechenden Vorgaben anschreiben. Diese sollen daraufhin Vorschläge und Zeichnungen einreichen, um zu zeigen, wie eine Calisthenics-Anlage auf dem Lindenberg ausschauen könnte.
Tipps gaben bei dem Bürgerworkshop auch Luis Filser und Manuel Endras. Die beiden Calisthenics-Begeisterten hatten sich schon für die Workout-Anlage beim DAV stark gemacht und kennen solche Anlagen auch aus Großstädten. Ihrer Meinung nach sollte auf dem Lindenberg ein komprimierter Bereich mit einer Größe von 15 x 20 m entstehen. „So eine Anlage ist nicht vergleichbar mit dem Trimm-Dich-Pfad von gestern!“ Wiedemann bat die beiden 31-jährigen Sportler, sich ein paar konkrete Gedanken zu den möglichen Elementen zu machen. Eine weitere junge Sportlerin – sie trainiert für Ninja Warrior – wünschte sich beispielsweise einige Element nicht nebeneinander, sondern hintereinander. Möglich, so ergänzte ein anderer Teilnehmer, sei auch eine Ergänzung mit Yoga-Elementen oder einer Slackline.
Noch offen ist die Frage des Bodenbelags - ob Hackschnitzel oder stabiler Untergrund. Der Boden ist ein wichtiges Thema, da ab einer gewissen Höhe bei den Geräten auch ein Fallschutz notwendig wird und die Barrierefreiheit mitbestimmt.
Auch die Eltern vom Kindergarten St. Ulrich hatten Wünsche: Demnach wäre ihnen die Nähe zur Kindertagesstätte wichtig. Und dazu vielleicht noch ein kleiner Parcours für die Kinder-Fahrzeuge. Wichtig, so die Stimmen der rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, seien auch Sitzgelegenheiten, ein Mülleimer, Fahrradständer – aber auch ein QR-Code an den einzelnen Elementen, über den Übungen abgerufen werden können. Alexander Haag vom Stadtjugendring regte noch einen Stromanschluss an – für gelegentliche Events. Hier sahen aber Maike Sieler vom APC-Park und Markus Wiedemann wenig Chancen – und zugleich hohe Kosten. Denn das Budget ist begrenzt: Aktuell sind 90 000 € im Haushalt vorgesehen. Bei einer Barrierefreiheit könnte auch noch eine Förderung von der Aktion Mensch möglich werden.
Sobald es eine Rückmeldung der angeschriebenen Firmen gibt, soll es einen erneuten Bürgerworkshop geben, um die einzelnen Vorschläge zu diskutieren. Der Workshop wird wieder durch das Stadtteilbüro Kempten-Ost organisiert, kommuniziert und moderiert. Markus Wiedemann rechnet damit, dass die Anlage im Frühjahr 2023 umgesetzt werden kann.

In grün die Denkmale im APC

Die Calisthenics-Anlage nahe dem Aybühlweg

